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Unser Repertoire:




Entwicklung der geistlichen Chormusik
Zusammengefasst und vorgetragen von Johannes Mangels anläßlich des Kirchenkonzertes am 14.03.2004

Vor 1500 gab es keinen Kirchenchor in der jetzigen Form. Der einfache Mensch war im Gottesdienst nur stiller Zuhörer. Eine hohe Abgrenzung, der Lettner, trennte ihn vom Klerus, der vorne im Chorraum mit einstimmigem Choralgesang Liturgie feierte.

Nach 1500 wird der einzelne Bürger wichtiger: Der Niedergang des Rittertums, das Aufblühen der Handelsstädte und Luthers Schriften, in denen er einmal schreibt "Jeder Mensch ist vor Gott gleich", die Entdeckung Amerikas, die Erkenntnis, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt und die Spaltung des Glaubens haben die Suche nach einem neuen Menschenbild angeregt.
Das Mittelalter ist zu Ende, die Neuzeit hat begonnen. Das edle Menschenbild der Antike wird als Vorbild erkoren. Es soll eine Wiedergeburt "Renaissance" erfahren. In den neuen Renaissance-Kirchen fehlt der Lettner. Die Leute hatten also die Möglichkeit, sich als dazugehörig zu fühlen. Sie mussten aber noch still sein.
Die Städte in Oberitalien und in Flandern waren wegen des aufblühenden Seehandels in dieser Entwicklung schon weiter. Deshalb entstand dort auch zuerst eine neue Art Musik.
Deutsche Komponisten lernten von Palestrina und Scarlatti. Von reichen Kaufleuten wie den Fuggern wurden für junge deutsche Komponisten sogar Italien-Aufenthalte gesponsert. Moderichtung war die Technik der Polyphonie. Jede Stimme gestaltet den Text in einer eigenständigen, gleichwertigen Melodieführung.

Nach 1600, in der Zeit des Barock, erhält das Volk erstmals Stimme und Gewicht im Gottesdienst. Die Barock-Kirchen besitzen als gewaltige Neuerung   eine eigene Kirchenchorempore.
Auch bei uns wurden die alten romanischen und gotischen Dorfkirchen barockisiert und erhielten eine oder zwei Emporen. Oft verlängerte man dazu das Kirchenschiff einfach nach Westen hin. Der Chorregent blieb bei den Katholiken noch lange ein Geistlicher. Viele Aiblinger erinnern sich noch an die geistlichen Chorregenten Kottermayr und Parzifal. In der evangelischen Kirche war der Kantor ein Laie. Der bekannteste unter ihnen bereicherte die Musik mit dem wohltemperierten Klavier, dem festen Kammerton a und der Kunst der Fuge. Die Chorsätze waren im Barock nicht mehr polyphon, sondern syllabisch, d. h. Alt, Tenor und Bass ordnen sich der Hauptmelodie im Sopran unter. In der Fuge wandert der Text mit dem selben melodischen Thema kanonartig durch alle Stimmen.

In der Zeit der Aufklärung werden die Gedanken der Renaissance verstärkt im Alltagsleben umgesetzt. Die Menschen sehen sich als gleichwertige Geschöpfe Gottes. Sie lassen sich noch absolutistisch regieren, aber die Despoten fühlen sich nur als erste Diener des Staates. Die Demokratisierung der Chormusik schreitet fort. Das gilt aber nur für den männlichen Teil der Bevölkerung. Ob Frauen eine Seele haben, wird noch heftig diskutiert. Auf alle Fälle gilt noch der Satz: Mulier tacet in ecclesia. - Die Frauen sollen in der Kirche den Mund halten. Aber wer singt dann die hohen Stimmen?
Es sind Knaben oder Kastraten. So ein Kastrat lebte aber nicht wie ein verstümmelter Sklave im Orient. Er war gut bezahlter Profi und mancher genoss das Ansehen eines Stars. Eine Umfrage bei den Männern des Joseph-Haas-Chores hat allerdings ergeben, dass sie auf Starruhm verzichten.

Die Romantik ist geprägt von der Sehnsucht nach dem Unendlichen. Kunst ist, das Gemüt inmitten des Endlichen eins werden zu lassen mit dem Unendlichen. Man sah in der Musik eine autonome Welt der Töne, die vor allem das subjektive Gefühl und die Stimmung ausdrücken sollte. Ein gleich wichtiges Lebenselement war die freie Subjektivität des Geistes. In diese Zeit fallen nicht umsonst einige Revolutionen, die unsere heutige Freiheit ermöglichten. Auch der geistige Hintergrund zur Gründung von Gesangvereinen war nicht nur ein kultureller. Es war eine Möglichkeit des Volkes, sich zusammen zu schließen und somit der Obrigkeit zu trotzen. Der Joseph-Haas-Chor wurde in dieser Zeit gegründet - nur für Männer, die Frauen blieben noch ausgeschlossen.

Noch bei Mozart sang nur ein kleines Profi-Ensemble. Einmal wird als Besonderheit berichtet, dass eine Messe gar mit 16 Sängern aufgeführt worden sei. Deutsche Komponisten des 20. Jahrhunderts werden von unseren gemischten Laienchören nur wenig gesungen. Die Werke sind schwer einzustudieren und gefallen dann weder den Sängern noch den Zuhörern. Vielleicht sind wir noch nicht so weit, den Wert aller Komponisten des 20. Jahrhunderts zu erkennen. Auch van Gogh konnte zu seiner Zeit kein Bild verkaufen. Oder - die Zeit deutscher Komponisten ist noch nicht gekommen. Sie lernen noch vom Ausland und führen dann - wie in der Renaissance - den neuen Musikstil zu einem Höhepunkt.

Quelle: NETLEXIKON
Als Messe wird eine Vertonung der liturgischen Teile der heiligen Messe als musikalische Komposition bezeichnet.

Quelle: NETLEXIKON
Ein Singspiel ist ein kleines Schauspiel mit eingestreuten Gesängen und selbständigen Instrumentalsätzen.
Das Singspiel entwickelte sich als bürgerliches Gegenstück zur großen Oper. Im Unterschied zur Oper tritt anstelle der Arie das Lied und an die Stelle des Rezitativs das gesprochene Wort.
Die Bezeichnung Singspiel existiert in Deutschland bereits seit etwa 1580, die Blütezeit war im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Singspiele hatten üblicherweise einen komödiantischen Charakter. Als Schöpfer des deutschen Singspiels gilt Johann Adam Hiller.

Quelle: NETLEXIKON
Das Madrigal ist eine musikalische Form der Renaissance und des Frühbarock. Sie entstand in Italien ab 1530 und ging aus der Frottola hervor, mit starken Einflüssen durch die Motette und dem französischen Chanson der Renaissance.
Nicht verwandt ist das Madrigal mit dem italienischen Trecento-Madrigal des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts; meist zwei-, selten dreistimmigen, unbegleiteten Vokalkompositionen in einfacher Manier. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts geriet die Bezeichnung für musikalische Zwecke außer Gebrauch, als sich diese Madrigale nur mehr als literarische Form niederschlugen (siehe Madrigal (Literatur).
Der Ursprung des Namens ist umstritten, er wird sowohl hergeleitet von "Cantus matricalis", d.h. "Gesang in der Muttersprache", also mit weltlichem Text als Gegenstück zum Latein der Sakralwerke, wie auch von "Mandra" (Herde), da früheste Werke auch als "Mandriale" bezeichnet wurden.
Das Madrigal war die bedeutendste weltliche Musikform seiner Zeit, seine Blütezeit hatte es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts hingegen verlor es dann allmählich wieder an Bedeutung.

Quelle: NETLEXIKON
Deutsches Volkslied
"Was ist das alte, klassische Volkslied? Es ist das Lied des ganzen, in sich noch geschlossenen Menschen, jenes starken Menschen, der alle Entwicklungsformen und -möglichkeiten noch in sich trug, der nur recht von Herzen zu singen brauchte, um dem ganzen Volke Herzenskünder zu werden. Diese Art Menschen lebt heute noch, draußen in den stillen Landeswinkeln, sie aber neu zu schaffen ist menschenunmöglich, unmöglich, da aller Fortschritt unserer Zeit auf einem Opfer gleichsam des ganzen, vollen Lebens beruht, auf einem trotzigen Sprunge ins Halbleben des Sonderberuflers und Spezialisten." (Hans Breuer, Zupfgeigenhansl, Vorwort zur 10. Auflage 1913)

Das alte, klassische, deutsche Volkslied, das Hans Breuer hier beschreibt, hat seine Quellen im 12. Jahrhundert, in der Zeit der Minnesänger oder "Meistersinger". Parallel zu deren Kunstliedern entstanden volkstümliche Lieder und Moritaten, die ihre Bekannheit und Verbreitung den Bänkelsängern verdankten. Ab der Zeit der Reformation (spätes 15. Jahrhundert) wurden diese Lieder in Liedsammlungen, wie dem Lochamer Liederbuch (um 1460) und dem Glogauer Liederbuch, aufgeschrieben. Im 17. Jahrhundert verschwand das Interesse am Volkslied als Auswirkung der renaissancebedingten Trennung in gebildete Schicht und Volk sowie des Aufkommens mehrstimmiger, französischer und italienischer Liedformen (wie Villanellen, Chansons, Madrigale)

1778/79 veröffentlichte Johann Gottfried Herder (unter Mitwirkung von Johann Wolfgang von Goethe und Gotthold Ephraim Lessing) seine Sammlung in- und ausländischer Lieder und Dichtungen unter dem Titel "Volkslieder". Schon in dieser Sammlung wurde romantisierend kein Wert auf Autorenangaben gelegt, sodass die Lieder als "unverfälschte Äußerungen der Volksseele" angesehen wurden, obwohl viele Texte von Achim von Arnim, Clemens Brentano, Simon Dach, Wilhelm Müller und Ludwig Uhland stammten. 1808 veröffentlichten Arnim und Brentano die Textsammlung "Des Knaben Wunderhorn".

Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Volkslied-Repertoire durch Arbeiterlieder, Studentenlieder und patriotische Gesänge angereichert und im 20. Jahrhundert wurde das Volkslied Ausdrucksmittel der Jugendbewegung. Hans Breuer veröffentlichte den Zupfgeigenhansl, das "Liederbuch der Wandervögel".

Quelle: NETLEXIKON
Ein Satz ist in der Musik:

  • eine Periode (eine in sich geschlossene musikalische Grundform)

In der musikalischen Formenlehre und der Komposition bezeichnet der Begriff Periode eine Struktureinheit in Ablauf und Gliederung eines Musikstücks.

Die Periode ist zweiteilig und besteht aus einem Vordersatz und einem Nachsatz. Der Vordersatz schließt auf der Dominante oder einer anderen öffnenden Tonart, der Nachsatz schließt auf der Tonika.

Vorder- und Nachsatz bestehen jeweils aus zwei Phrasen, wobei die erste Phrase des Vordersatzes in der ersten Phrase des Nachsatzes wiederholt wird. Die zweite Phrase des Nachsatzes kann Ähnlichkeiten mit der zweiten Phrase des Hauptsatzes aufweisen.

  • ein in sich geschlossener Teil eines mehrteiligen Musikwerks (Der 2. Satz des Konzertes). 
  • die Art, in der ein Musikwerk gesetzt ist (einstimmiger-, mehrstimmiger Satz)

Quelle: NETLEXIKON
Spiritual ist eine Musikrichtung, die in Amerika mit Beginn der Sklaverei im 16. Jahrhundert entstanden ist. Die Spirituals sind als Wurzel des Gospels anzusehen.

Inhalte

Die Spiritualtexte sind überwiegend religiösen Inhaltes und erzählen von dem Leben geschlagener, geschundener und sehnsüchtiger Menschen (den Sklaven). Die Texte erzählen von der Hoffnung dieser Menschen und ihrem Glauben an Gott...

Entstehungsgeschichte

1619 trafen die ersten aus Afrika verschleppten Sklaven im amerikanischen Bundesstaat Virginia ein. Sie wurden auf den großen Tabak- und Baumwoll-Plantagen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Diese Arbeit war hart, kleinste Vergehen wurden streng und brutal geahndet. Die Bestrafung mit der Peitsche war üblich und alltäglich.

Die tiefe Verwurzelung der christlichen Kirche in der weißen Bevölkerung erklärt die Skrupel, Christen als Sklaven zu halten. So erklärt sich auch, warum niemand auch nur das geringste Interesse hatte diese Menschen zu missionieren. Man hätte sie nicht mehr als Sklaven halten und einsetzen können. Diesem "Dilemma" entkamen die Sklavenhalter durch ein Gesetz im Jahr 1667, welches festlegte, dass der Übertritt eines Sklaven zum Christentum an dessen sozialer Stellung nichts änderte.

Schon vor Verabschiedung dieses Gesetzes gingen die Schwarzen mit ihren Besitzern in die Gottesdienste der christlichen Kirchen. Es ist jedoch kaum vorstellbar, dass die Menschen von diesen Veranstaltungen auch nur im Mindesten berührt wurden. Nach 1667 änderte sich dies langsam. So kamen die Gottesdienste der Methodisten und Baptisten durch ihre bodenständige Art bei den Sklaven besonders gut an. Die Leidensgeschichte Jesu berührte sie zunehmend. Für die Entstehung der Spirituals wichtig zu wissen ist, dass die Afrikaner selbstverständlich Dinge aus ihrer Heimat mitbrachten: ihre Überlieferungen, ihren Mehrgottglauben und die religiöse Ekstase.

So entstanden langsam eigenständige schwarze Kirchen und die afrikanische Religiosität vermischte sich mit der christlichen Lehre. Da Musik, Tanz und Gesang untrennbar mit dem afrikanischen Alltag verbunden war, wurde sie zu einem wichtigen Bestandteil der schwarzen Gottesdienste. In der rhythmischen Zwiesprache des Predigers mit der Gemeinde entwickelten sich spontan Lieder, die einen Bibeltext als zentrales Element hatten. Diese Spirituals waren die Lieder, welche die Sklaven im Alltag sangen. Sie entstanden in freier Improvisation und wurden mündlich überliefert.

Die Vielschichtigkeit der “corn ditties” (Mais-Liedchen) lässt unterschiedliche Deutungen zu. Zum einen stehen Anspielungen auf die soziale Situation neben der Jenseitsgläubigkeit. Der Aufruf zum Protest steht neben der Sehnsucht nach Freiheit. Der Glaube an Jesus steht neben dem Bedürfnis nach einem Führer zur Errettung aus der Sklaverei. Sobald die weiße Herrschaft Elemente der Spiritual als heidnisch erkannte, wurden diese verboten. So verschwanden der Tanz, das Trommeln, die Fetische und Altäre. Aus dem Trommeln zum Beispiel wurde das bekannte Klatschen oder Stampfen.

Spritual als geheimes Kommunikationsmittel

In den rund 250 Jahren der Sklaverei wurden etwa 10 Millionen Schwarze nach Amerika verschleppt. Die weißen Besitzer mussten häufig in Furcht vor einem Aufstand leben. Zwischen 1670 und 1865 gab es 130 bewaffnete Aufstände durch Sklaven, die aber weitgehend blutig niedergeschlagen wurden. Trotzdem ist anzunehmen, dass Fluchtgedanken immer präsent waren. Allerdings war der Weg aus dem Süden ins freie Kanada weit und beschwerlich. Ab 1838 organisierten Gegner der Sklaverei die "Underground Railroad" - einen Fluchtplan mit Schutzhäusern, Fluchthelfern und geheimen Kommunikationsmitteln. Diese Kommunikationsmittel waren u.a. eine Kombination von Steppdeckensymbolen und Gesängen und teilten Interessierten das Wann, Wo und Wie der organisierten Fluchten mit.

1849 entschied sich die damals 29-jährige Sklavin Harriet Tubman nach ihrer erfolgreichen Flucht dafür, Fluchthelferin bei der "Underground Railroad" zu werden. Sie wurde zu einer Berühmtheit. Ihr Codename war "Moses".

Die schlimme Zeit und der Weg zur Freiheit machte es notwendig, eine kodierte Sprache zu entwickeln. So wurde das Gebiet ohne Sklaverei mit "my home", "Sweet Canaan" oder "the Promised Land" umschrieben. Dieses Gebiet lag auf der nördlichen Seite des Ohio River, den man in der verschlüsselten Sprache als "Jordan" bezeichnete.

Mit dem Wissen um diese verschlüsselte Sprache ist man in der Lage zu verstehen: Die Flüchtlinge wateten durch das Wasser um die Hunde abzuschütteln ("Wade in the Water"). Man sprang als blinder Passagier auf eine Kutsche ("Swing Low, Sweet Chariot"). Die oben erwähnte Harriet Tubman findet man mit ihrem Codenamen in "Go down, Moses" wieder. Oder die Spirituals wurden ganz einfach zu einem Ruf nach Freiheit und Auforderung zur Flucht ("Steal Away").

Typische Entstehung eines Spirituals

Eine typische Entstehungsgeschichte eines Spiritual, erzählt von einem unbekannten Schwarzen:

"Ich will Ihnen sagen, wie das geht. Mein Massa ruft mich zu ihm und sagt, dass meine Ration gekürzt wird, und ich kriege 100 Schläge mit der Lederpeitsche. Meine Freunde sehen das und haben Mitleid mit mir. Als sie an dem Abend zu unserem Treffen kommen, singen sie davon. Und manche gute Sänger sind dabei, die können das. Und sie bringen das rein, verstehen Sie, bringen das einfach rein, bis es richtig ist. Und dann singen die anderen mit, als wenn sie den Song schon lange kannten, aber sie haben ihn nie vorher gehört. So geht das!"

Quelle: NETLEXIKON
Gospelmusik, kurz: Gospel (v. engl.: gospel Evangelium, vermutliche Zusammenziehung der englischen Begriffe good spell - gute Nachricht-) ist eine Richtung der Geistlichen Musik, die in Amerika gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Seine Wurzeln liegen im Spiritual.

Geschichtliche Entwicklung

Die Geschichte des Gospel beginnt im Amerika des 16. Jahrhunderts hängt mit dem Spiritual zusammen.

Die Sklaverei wurde 1865 offiziell abgeschafft. Einigen Afroamerikanern wurde erlaubt, auf Schulen und Universitäten zu lernen. Die Fisk-Universität in Nashville (Tennessee), eine der ersten schwarzen Universitäten, geriet dabei in ökonomische Schwierigkeiten. Um die Institution finanziell zu unterstützen, wurden Musikgruppen gegründet, die in der ganzen Neuen Welt und in Europa Negro-Spirituals sangen. Nicht mehr an die harte Zeit der Sklaverei erinnert zu werden, war wohl der Umstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts neue Kirchen in den USA zu gründen. Hier wurden die Traditionen der schwarzen “praise houses” -in die Hände klatschen und mit den Füßen stampfen- weiter geführt, die historischen Bezüge von Spirituals stärker betont und die Art und Weise des Singens und der Interpretationen verbessert.

Diese Entwicklung der Spirituals und die Begegnung der schwarzen religiösen Musik mit Elementen des Jazz ergab einen neuen christlichen Songtyp: den "Gospel".

Unterschiede zwischen Spiritual und Gospel

Es gibt drei Unterschiede zwischen Spiritual und Gospel:

  • Die Spirituals sind echte Gruppenschöpfungen, während Gospel Songs in der Mehrzahl komponiert werden.
  • Die Bilderwelt des Spirituals entstammt hauptsächlich dem Alten Testament, während die Gospel Songs sich gewöhnlich auf den Leidensweg Jesu Christi und die Botschaft des Neuen Testaments beziehen.
  • Durch den Einbezug von Jazz-Elementen sind Gospels rhythmisch intensiver, zupackender, vitaler als die meisten Spirituals.

Thomas A. Dorsey - Vater des Gospel

Einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung von Gospels leistete Thomas A. Dorsey, Sohn eines Baptistenpfarrers und ehemaliger Bluesmusiker. Seine neue von ihm komponierte bluesige Kirchenmusik konnte auch in Noten verbreitet werden. Dies war bei den traditionellen Spirituals nicht möglich, sie wurden überwiegend mündlich überliefert. Thomas A. Dorsey, auch als Vater der Gospelmusik bezeichnet, komponierte über 800 Gospeltitel.

Stilrichtungen

Die Hauptstilrichtungen des Gospel sind:

  • Black Gospel
  • White Gospel

Aktualität des Gospel

Die Gospel Music (dieser Begriff hat sich seit den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts durchgesetzt) hat schon lange nicht mehr nur ihren Platz in den Gotteshäusern. Es gibt Gospels auf Platte und CD und sogar eigene Radiostationen, die ausschließlich Gospel Music senden. Der amerikanische Markt für Gospels ist in etwa vergleichbar mit dem Markt für Pop oder Country Music und viel größer als der für Blues oder Jazz.

Viele Rock-, Pop- oder Hip Hop Hits aus Radio und Fernsehen borgen sich Elemente aus der Gospelmusik aus oder sind gar moderne Interpretationen lange bekannter Gospelsongs (z.B. "Caravan of Love" von den Housemartins). Kinofilme wie "Sister Act" oder "Preacher's Wife" tragen sehr zur Popularität der Gospelmusik bei.

Wichtige Gospelmusiker:

  • Mahalia Jackson